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Produzent und Direktor Naoki Yoshida im gamescom-Interview

Auf der gamescom 2016 hatten wir wieder einmal die Ehre, Naoki Yoshida in einem Interview zu begegnen. Dabei beantwortete der leitende Produzent und Direktor von Final Fantasy 14 unsere Fragen zum Tiefen Gewölbe, den kommenden Patch 3.4 und erzählte uns über das „Miqo’te-Paradise“. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

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Naoki Yoshida im MMOZone-Interview

Das Tiefe Gewölbe ist eine großartige und erfolgreiche Erweiterung zum bisherigen Content in Final Fantasy 14 und ich bin mir sicher, viele Spieler haben bereits eine Menge Zeit darin verbracht. Wo sehen Sie die größten Stärken dieses zufällig erstellten Contents?

Yoshida: Das Tiefe Gewölbe erlaubt es erfahrenen Spielern mit Neulingen, die normalerweise noch kein Zugang zum Endgame haben, zusammen zu spielen und etwas zu unternehmen. Die neuen Spieler können dabei Bereiche von Final Fantasy 14 sehen, die sie noch nicht kennen und ältere Spieler erhalten die Möglichkeit, andere Klassen und Rollen auszuprobieren. Dabei müssen sie auch zufällig erstellten Fallen ausweichen und Items im richtigen Augenblick anwenden. Ich denke, das viele Spieler diese Abwechslung zu schätzen wissen.

Können Sie uns denn bereits etwas über die Zukunft des Tiefen Gewölbes erzählen? Welche Neuerungen sind für spätere Updates geplant?

Yoshida: Wenn wir einen neuen Abschnitt des Tiefen Gewölbes implementieren, wird dieser eine komplett neue Geschichte erzählen. Auch der Schwierigkeitsgrad wird deutlich härter sein, so dass die Spieler es nicht mehr so einfach haben werden, bis ins letzte Stockwerk zu gelangen. Es wird neue Fallen geben und Spieler werden versteckte Schätze finden können. Im Ranking können die Spieler versuchen sich gegenseitig zu übertreffen und sich so einen Platz in den Bestenlisten zu erspielen.

Denken Sie, das die erzählerischen Elemente unter den Roguelike-Elementen des Tiefen Gewölbes leiden könnten?

Yoshida: Nein, diese Ansicht haben wir nicht. Auch wenn die Stockwerke des Tiefen Gewölbes zufällig erstellt sind, wird den Spielern doch eine komplette Geschichte erzählt. Alle 10 Stockwerke, nachdem man den jeweiligen Endboss besiegt hat, wird eine Zwischensequenz abgespielt, mit der die Geschichte voran gebracht wird. Interessant dürfte jedoch sein, wie die Spieler auf den Charakter der Edda reagieren. Während sie neuen Spielern wie eine Art klassischer Bösewicht vorkommen muss, kennen viele der älteren Spieler ihre Geschichte und fassen diesen Charakter vielleicht ganz anders auf.

Patch 3.4 und VR-Systeme

Was wird der kommende Patch 3.4 bringen?

Yoshida: Patch 3.4 wird den abschließenden Teil von Alexander enthalten und die Hardcorespieler von Final Fantasy 14 werden hier noch einmal richtig gefordert sein. Aber wie Sie sicher wissen, wird das nicht das einzige Feature sein. Es wird erneut Dungeons für Casual-Spieler geben und in der Hauptgeschichte wird ein neues Kapitel anbrechen. Wir sind schon sehr gespannt darauf, wie die Spieler darauf reagieren werden.

Patch 3.4 wird außerdem einige neue UI-Elemente enthalten und das Crafting wird auf eine neue Stufe gebracht. Auch im PvP wird es einige Neuerungen geben. Neben einigen neuen Spielmodi und Anmeldeoptionen, werden wir eine Zuschauer-Funktion implementieren. Darin können die Spieler die Kämpfe beobachten, ohne selbst daran teilzunehmen. Insgesamt wird so viel neuen Content geben, wir können hier gar nicht alles im Detail erklären.

Aktuell ist VR eine ganz große Sache, sowohl für den PC, als auch für die Play Station 4. Wie schätzen Sie die Einsatzmöglichkeiten von VR-Systemen in MMOs generell ein und gibt es Pläne für Final Fantasy 14 in dieser Hinsicht?

Yoshida: Auf der Tokyo Game Show 2015 konnten die Spieler sich an einer speziellen VR-Version des Titan-Kampfes versuchen. Dies wird jedoch der einzige Vorstoß für Final Fantasy 14 in diese Richtung bleiben wird. Wir haben dabei viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und festgestellt, dass es große spielerische Vor- und Nachteile zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von VR-Systemen gibt. Diese zwei Spielergruppen nehmen ganz unterschiedliche Bereiche des Kampffeldes wahr, weswegen wir sie nicht einfach zusammen spielen lassen können. Wir müssen also speziellen Content direkt für VR-Systeme entwickeln. VR-Spieler benötigen außerdem ein eigenes Interface, das ebenfalls erst entwickelt und gepflegt werden muss.

All dies führt zu einem großen Kostenproblem. Nur ein geringer Teil der Spieler würde die VR-Systeme überhaupt verwenden und wir müssten Content entwickeln, den nur diese kleine Gruppe nutzen kann. Das wäre einfach nicht lohnenswert und wir konzentrieren uns deshalb auf Content, der von allen Spielern gleichermaßen genutzt werden kann.

(Auf einmal lacht Yoshida) Es gibt jedoch bereits seit längerem einen Witz innerhalb des Entwicklerteams. Das ist ein ein spezielles Gebäude, das man nur mit einer VR-Brille betreten darf. Darin kann man sich umschauen und überall halbnackte und tanzende Miqo’te bewundern. Wir nenne dies das „Miqo’te Paradise“. Aber das ist natürlich nur ein Witz.

FF14 auf der gamescom 2016
FF14 auf der gamescom 2016

Das dreijährige Jubiläum von Final Fantasy 14

In den kommenden Wochen steht das dreijährige Jubiläum von A Realm Reborn an, was natürlich ein großer Meilenstein für Sie und Ihr Team sein muss. Im Verlauf der vergangenen drei Jahre wurden immer wieder neue Gameplay-Elemente in das Spiel implementiert. Welches dieser neuen Spielelemente oder Features haben sie dabei persönlich besonders gerne?

Yoshida: Innerhalb der neueren Entwicklung ist es wohl das Tiefe Gewölbe. Dieser Dungeon bietet ein völlig neues Spielgefühl und gibt neuen und älteren Spielern die Möglichkeit, zusammen zu spielen und Abenteuer zu erleben. Wenn es jedoch um ältere Features geht, dann sind es ohne Zweifel die Verschlungenen Schatten von Bahamut. Dieser Raid bot einen hohen Schwierigkeitsgrad und fantastische Kämpfe und die Spieler hatten dabei die Möglichkeit, sich immer mehr Storyelemente zu erspielen. Er hat außerdem die Brücke zwischen den Versionen 1.x und 2.x von Final Fantasy 14 geschlagen und viele Handlungselemente daraus zu einem tollen Abschluss gebracht.

Alle drei Monate erscheint ein großes Content-Update für Final Fantasy 14 und dies sind die regelmäßigsten und größten Updates, die ich bisher bei MMOs erleben durfte. Wie schaffen Sie es, immer wieder so viel Content in so kurzer Zeit fertig zu stellen und wie viele Mitarbeiter sind daran beteiligt?

Yoshida: Wir planen unseren Content immer über zwei Jahre im Voraus. Es ist also nicht so, das wir sagen „Der nächste Patch steht an, was wollen wir darin bringen?“, sondern es ist bereits lange vorher klar, wann welcher Inhalt veröffentlicht wird. Nehmen wir als Beispiel die Hauptgeschichte: Wir planen bereits weit voraus, wie sich diese entwickeln wird und teilen sie dann auf die einzelnen Updates auf. So wissen wir bereits viele Monate vorher, wann diese Inhalte fertig gestellt sein müssen.

Wir haben dabei viele verschiedene Teams, die separat an unterschiedlichen Projekten arbeiten. Immer wenn eines dieser Projekte fertig ist, wird es dem Spiel hinzu gefügt. Am Tiefen Gewölbe wurde beispielsweise seit dem Erscheinen von Patch 3.1 gearbeitet. Zählt man all diese Teams zusammen, dann haben wir an die 300 Mitarbeiter, die an der Entwicklung von Final Fantasy 14 mitwirken. Dabei sind noch nicht einmal all die Communitysprecher, Produktmanager und all die vielen anderen Helfer weltweit mitgezählt. Das würde dann doch sehr unübersichtlich werden.

Die nächste Frage stammt direkt von einem unserer Leser: Wer ist Ihr Lieblingscharakter aus der Hauptgeschichte.

Yoshida: Alphinaud, ganz klar. Der Hauptcharakter der ganzen Geschichte ist natürlich der Spieler und sein Charakter, aber Alphinaud ist so etwas wie der Hauptcharakter der Nebencharaktere. Er ist ein Anführer, der mit der Geschichte wächst, sich den Herausforderungen stellen muss und dabei manchmal sogar scheitert. Er ist ein toller Charakter und sein Hintergrund reicht bis in die Version 1.x des Spiels zurück. Er begleitet den Spieler seit dem Erscheinen von A Realm Reborn und stellt dabei so etwas wie einen kleinen Bruder dar.

Gibt es etwas, das sie den Spielern unbedingt sagen möchten, die das Spiel seit dem Re-Release vor drei Jahren spielen?

Yoshida: Die erste Version von Final Fantasy 14 war nicht besonders gut, das ist kein großes Geheimnis. Dennoch haben viele Spieler dem neuen Release von A Realm Reborn entgegen gefiebert und sind dem Spiel treu geblieben. Das zeigt uns, was für eine große und starke Community wir haben und ich bin mir sicher, das nicht jedes MMO sich über so viel Vertrauen freuen kann. Dieses Vertrauen ist es, was den Erfolg von A Realm Reborn überhaupt erst möglich gemacht hat.

Deshalb möchte ich mich im Namen des gesamten Teams bei den Spielern bedanken. Dies ist auch der Grund, weshalb wir die Fan Festivals veranstalten, um den Spielern zu zeigen, wir sehr wir uns über diese jahrelange Unterstützung freuen.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre ausführlichen Antworten. Selbstverständlich wünschen wir Ihnen auch zukünftig noch viel Erfolg mit Final Fantasy 14.

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